
Schalke 04 hat die Kündigung des langjährigen Torhüters Ralf Fährmann bekannt gegeben und damit die Spannungen zwischen dem Verein und dem Anwalt des Spielers weiter verschärft. Dieser Schritt erfolgt nach einem öffentlichen Schlagabtausch, bei dem Schalke die Vorwürfe von Fährmann und dessen Anwalt bezüglich angeblicher Verleumdung und Rufschädigung entschieden zurückwies.
In einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme äußerte sich Schalke zu den Vorwürfen und ließ dabei keine Zweifel offen:
„Unsere Position ist eindeutig: Der Vertrag von Ralf Fährmann endet am 30. Juni 2025, er wird unter keinen Umständen verlängert, und Fährmann wird den Verein danach verlassen. Auch wenn Ralf Fährmann sagt, er halte sich immer noch für den besten Torhüter bei Schalke, wird er kein weiteres Spiel mehr für die Königsblauen bestreiten.“
Rechtliche Schritte stehen im Raum
Der Konflikt begann, als Schalke sich zur Situation des Torhüters äußerte, was den Anwalt von Fährmann zu einer Reaktion gegenüber Sport Bild veranlasste. Der Anwalt warf dem Verein vor, durch „unhaltbare Anschuldigungen“ den Ruf seines Mandanten beschädigt zu haben, und erklärte, dass sie rechtliche Schritte wegen Verleumdung nach §186 des Strafgesetzbuches prüfen würden.
In seiner Erklärung fügte der Anwalt hinzu:
„Ralf Fährmann plant, nach dieser Saison seine aktive Karriere fortzusetzen und anschließend im Profifußball zu arbeiten, zum Beispiel als Torwarttrainer. Dieser Plan wurde nun durch seinen beschädigten Ruf erheblich erschwert. Wir behalten uns daher das Recht vor, den FC Schalke 04 auf Schadensersatz zu verklagen.“
Schalke reagierte prompt und bekräftigte seine Haltung, indem der Verein Details zu Fährmanns Fehlen in dieser Saison darlegte. Der 36-Jährige hat seit dem 26. Januar 2024, als Schalke mit 1:4 gegen Kaiserslautern verlor, nicht mehr gespielt. In dieser Saison setzte der Verein auf Justin Heekeren als Stammtorhüter, während Ron-Thorben Hoffmann als Ersatz diente.
Sportliche Probleme
Die internen Turbulenzen bei Schalke spiegeln die größeren Herausforderungen des Vereins wider. Aktuell belegt die Mannschaft den 13. Platz in der 2. Bundesliga, und die Hoffnung auf einen Wiederaufstieg in die Bundesliga scheint gering. Schalke konnte in den letzten sechs Spielen nur einen Sieg erringen – ein 2:0-Erfolg gegen Jahn Regensburg.
Heute trifft die Mannschaft erneut auf Kaiserslautern, das Team, gegen das Fährmann zuletzt für Schalke auf dem Platz stand.
Getrübtes Vermächtnis
Das Ende von Fährmanns Ära markiert einen unrühmlichen Abschluss seiner langjährigen Karriere bei Schalke, wo er einst Kapitän war und eine zentrale Rolle in den Erfolgen des Vereins spielte. Sein jüngstes Fehlen im Kader und der andauernde Rechtsstreit haben jedoch seinen Ruf überschattet.
Während Schalke versucht, sich neu aufzustellen, und Fährmann nach Optionen außerhalb des Vereins sucht, müssen beide Parteien mit den Folgen dieser bitteren Trennung zurechtkommen. Der Streit stellt ein weiteres Kapitel in der turbulenten Geschichte von Schalke dar, das sowohl auf als auch abseits des Platzes nach Stabilität sucht.