Cheftrainer Eugen Polanski hat eine ungewöhnliche Trainingsstrategie eingeführt, um die alarmierende Serie von sieben Spielen ohne Sieg zu beenden, während der Druck vor dem wichtigen Bundesliga-Duell mit 1. FC Union Berlin weiter zunimmt.
Die anhaltende Negativserie brachte den „Fohlen“ lediglich drei Punkte und vier Tore ein, wodurch der Verein nur noch zwei Punkte über dem Relegationsplatz steht. Die jüngste 1:2-Niederlage in Freiburg verstärkte die Sorgen bei Fans und Vereinsführung und führte zu entschlossenem Handeln des Trainerstabs.
Unkonventioneller Trainingsansatz
Um die negative Entwicklung zu stoppen, führte Polanski eine intensive Analyse der Leistungen durch und sprach mit „knallharten Worten“ zur Mannschaft, um sie aus ihrer Routine zu reißen. Als Teil seines neuen Ansatzes verlegte der 39-jährige Trainer Teile des Trainings vom üblichen Trainingsgelände in den Borussia-Park, um realistische Spielbedingungen zu simulieren.
Polanski erklärte, dass der Wechsel der Umgebung eine andere Atmosphäre schaffen und den Spielern helfen solle, sich insbesondere vor dem Tor besser an die Stadionsituation zu gewöhnen. Der Trainer hofft, dadurch die zuletzt schwache Offensivleistung zu verbessern. Mit einem Augenzwinkern betonte er, dass er seiner Mannschaft keinesfalls verbiete, Tore zu schießen, und unterstrich damit seinen Wunsch nach mehr Durchschlagskraft im Angriff.
Neben taktischen Aspekten verfolgt die Maßnahme auch ein psychologisches Ziel. Durch die ungewohnte Trainingsroutine will Polanski seine Spieler mental fordern und einen neuen Denkansatz fördern. Zwar sei diese Methode für Gladbach neu, ähnliche Maßnahmen seien jedoch bereits von anderen Trainern erfolgreich eingesetzt worden, um Veränderungen und neue Konzentration innerhalb einer Mannschaft zu bewirken.
Kader-Boost und schwierige Entscheidungen
Vor dem Spiel gegen Union Berlin erhielt Polanski positive Nachrichten aus dem Lazarett. Kapitän Rocco Reitz kehrt nach abgesessener Gelbsperre zurück, während die zuletzt verletzten Giovanni Reyna, Robin Hack und Alejo Sarco wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen sind. Sarco könnte bereits wieder im Kader stehen, während bei Reyna und Hack weiterhin Geduld gefragt ist.
Der größer werdende Kader stellt den Trainer jedoch vor neue Herausforderungen. Polanski kündigte schwierige Personalentscheidungen an, da er festlegen müsse, welche Spieler am Spieltag berücksichtigt werden. Zugleich forderte er von seinem Team Konsequenz in beiden Strafräumen sowie entschlossenes Verhalten gegen den Ball – insbesondere gegen die intensive Spielweise von Union Berlin.
Vereinsführung fordert mehr Entschlossenheit
Sportdirektor Rouven Schröder unterstrich ebenfalls die Dringlichkeit der Situation und betonte die Bedeutung körperlicher Präsenz sowie eines starken Auftritts vor heimischem Publikum. Die Mannschaft besitze die Qualität für die Bundesliga, müsse dies jedoch durch klarere Aktionen, weniger kompliziertes Spiel und bessere Leistungen auf dem Platz unter Beweis stellen, um auch die Fans wieder mitzunehmen.
Sowohl Polanski als auch Schröder zeigten Verständnis für die wachsenden Abstiegsängste der Anhänger angesichts der aktuellen Ergebnisse. Die Vereinsführung sieht diese Sorgen jedoch als Zeichen anhaltender Verbundenheit und betont, dass entschlossenes Handeln und gemeinsamer Einsatz entscheidend seien, um die sportliche Wende zu schaffen.
Angesichts des steigenden Drucks könnte das bevorstehende Spiel gegen Union Berlin richtungsweisend dafür sein, ob Polanskis mutige Maßnahmen den erhofften Umschwung bringen.





