Kiel bestraft FCK-Crash nach starkem Beginn – taktischer Plan bricht bei Auswärtsniederlage vollständig zusammen
Die anhaltende Auswärtsschwäche des 1. FC Kaiserslautern hat sich am Freitagabend erneut bestätigt, als die Pfälzer bei Holstein Kiel eine deutliche Niederlage hinnehmen mussten. Dabei hatte die Partie zunächst nach einem positiven Verlauf für die Gäste ausgesehen, bevor das Spiel komplett kippte.
In den ersten 15 Minuten präsentierte sich Kaiserslautern strukturiert, aggressiv und taktisch diszipliniert. Im kompakten 4-4-2-System mit hohem Pressing störten sie den Kieler Spielaufbau effektiv und erspielten sich erste Chancen. Sowohl Naatan Skyttä als auch Mergim Berisha hatten Möglichkeiten zur Führung, während das Team von Trainer Torsten Lieberknecht einen klaren Matchplan umzusetzen schien.
Doch die Partie nahm eine abrupte Wendung nach der ersten gefährlichen Aktion der Kieler. Ein Moment individueller Klasse von Umut Tohumcu, der sich gegen Fabian Kunze durchsetzte und aus der Distanz präzise in den Winkel traf, brach den Rhythmus der Gäste komplett.
Kiel übernahm daraufhin sofort die Kontrolle, gewann die zweiten Bälle und bestimmte das Tempo. Das 2:0 durch Phil Harres fiel nach einem Fehler im Spielaufbau von Jacob Rasmussen. Kurz vor der Pause erhöhte David Zec nach einem Standard auf 3:0, was die Partie praktisch entschied.
Lieberknecht reagierte zur Halbzeit mit einer defensiveren Fünferkette und mehreren personellen Umstellungen, doch der Fokus lag nun klar auf Schadensbegrenzung. Kiel blieb auch im zweiten Durchgang die aktivere und gefährlichere Mannschaft, ohne jedoch weiter zu erhöhen.
Auch statistisch spiegelte sich der Spielverlauf wider: Die Expected-Goals-Werte lagen leicht zugunsten Kiels, während die Gastgeber zudem deutlich mehr Laufleistung abriefen. Kaiserslautern fehlte erneut die Stabilität nach dem ersten Gegentor – ein wiederkehrendes Problem der Saison.
Nach der Partie sprach Lieberknecht davon, dass der ursprüngliche Plan zunächst funktioniert habe, jedoch mit dem ersten Gegentor vollständig zerfallen sei. Auch die Klubführung äußerte erneut Bedenken hinsichtlich Mentalität und Konstanz in Auswärtsspielen.
Trotz eines vielversprechenden Starts verlässt der FCK Kiel somit mit bekannten Fragen: nach Widerstandsfähigkeit, Konzentration und der Fähigkeit, Spiele nach Rückschlägen zu stabilisieren.