Für den Hamburger SV war die Rückkehr in die Bundesliga eigentlich als Phase der Stabilisierung, des Klassenerhalts und des schrittweisen Neuaufbaus gedacht. Doch statt einer reinen sportlichen Bewährungsprobe hat sich die Saison zu einem Ereignis entwickelt, das vor allem durch eines geprägt ist: eine beispiellose Welle der Unterstützung.
Was als lang ersehnte Comeback-Saison begann, ist längst zu einem historischen Fan-Phänomen geworden. Der HSV hat in seiner ersten Bundesliga-Spielzeit nach dem Aufstieg einen neuen Allzeit-Zuschauerrekord aufgestellt.
Spiel für Spiel zeigte sich dasselbe Bild: ausverkaufte Stadien, überfüllte Gästeblöcke und eine Fanbasis, die in beeindruckender Zahl durch das ganze Land reiste. Die endgültige Bestätigung kam durch die letzten beiden Saisonpartien: das Heimspiel gegen SC Freiburg war bereits seit Wochen ausverkauft, während auch Bayer 04 Leverkusen für den letzten Spieltag eine volle BayArena meldete.
Damit steht fest: Alle 37 Pflichtspiele des HSV in dieser Saison fanden vor ausverkauftem Haus statt.
Insgesamt wurden über 1,7 Millionen Tickets verkauft – ein neuer Höchstwert in der modernen Vereinsgeschichte, der die enorme Euphorie rund um die Bundesliga-Rückkehr eindrucksvoll widerspiegelt.
Auch auswärts setzte der HSV Maßstäbe. Im Schnitt begleiteten fast 7.000 Fans die Mannschaft zu den Spielen in fremden Stadien. Damit liegen die Hamburger sogar vor Traditionsklubs wie FC Bayern München und Borussia Dortmund in der Kategorie der Auswärtsunterstützung.
Intern wird die Saison bereits als Wendepunkt bewertet. Der frühzeitig gesicherte Klassenerhalt gilt als großer Erfolg, wobei Vereinsfunktionär Eric Huwer diesen laut Berichten in seiner Bedeutung auf einer Stufe mit dem Aufstieg im Vorjahr eingeordnet haben soll.
Die Fan-Euphorie reichte dabei weit über die Bundesliga hinaus: Auch alle DFB-Pokalspiele des HSV waren ausverkauft, inklusive der Auswärtsspiele in kleineren Stadien, in denen die Nachfrage deutlich höher war als das Angebot.
Diese Entwicklung hat nun auch Auswirkungen auf die Zukunftsplanung. Das Volksparkstadion mit aktuell rund 57.000 Plätzen soll weiter ausgebaut werden. Bereits für die kommende Saison ist eine Erweiterung auf 58.000 Plätze vorgesehen, langfristig wird sogar eine Kapazität von bis zu 60.000 Zuschauern angestrebt.
Was sportlich als Klassenerhalt begann, hat sich insgesamt zu einer Saison der Rekorde entwickelt – und vor allem zu einem eindrucksvollen Beweis dafür, welche Strahlkraft der HSV trotz aller schwierigen Jahre weiterhin besitzt.