Was eigentlich ein stimmungsvoller Bundesliga-Saisonabschluss für 1. FC Köln werden sollte, entwickelte sich am Samstagmorgen zu einem Tag voller Sorge und Unruhe. Ein schwerer Brand in Köln sorgte kurz vor dem Auswärtsspiel beim FC Bayern Munich für massive Auswirkungen auf die reisenden FC-Fans.
Am frühen Samstagmorgen rückten Feuerwehr und Rettungskräfte nach Köln-Bickendorf aus, nachdem in einer Werkstatt an der Vogelsanger Straße ein Großbrand ausgebrochen war. Dichte Rauchwolken zogen über das Viertel hinweg, Berichten zufolge war der Brandgeruch sogar bis nach Ehrenfeld wahrnehmbar, während die Feuerwehr mit einem Großeinsatz gegen die Flammen kämpfte.
Direkt betroffen war der Verein zwar nicht, doch die Auswirkungen trafen schnell einen zentralen Teil der Kölner Fanszene. Die Ultra-Gruppierung „Wilde Horde“, deren Gruppenräume sich in unmittelbarer Nähe des Brandortes befinden, geriet plötzlich in den Mittelpunkt des Geschehens.
Mehrere Busse mit Ultras hatten Köln bereits in Richtung München verlassen, als die ersten Informationen über den Brand bekannt wurden. Nachdem die Fans von der Situation in ihrer Heimatstadt erfahren hatten, entschieden sich mehrere Busse offenbar zur sofortigen Umkehr und kehrten direkt nach Köln zurück, anstatt die Reise nach Bayern fortzusetzen.
Damit muss der FC das letzte Saisonspiel in der Allianz Arena aller Voraussicht nach ohne einen bedeutenden Teil seiner organisierten Fanszene bestreiten — ein spürbarer Verlust angesichts der emotionalen Bedeutung dieser Auswärtsfahrt.
Eigentlich war rund um das Wochenende eine große Abschlussstimmung geplant gewesen. Etwa 7.500 FC-Anhänger hatten sich über das verlängerte Wochenende auf den Weg in die bayerische Landeshauptstadt gemacht. Zahlreiche Fantreffen, Veranstaltungen und Feierlichkeiten waren in München organisiert worden. Besonders eine große Party in einer Münchner Kölsch-Kneipe sollte den gemeinsamen Saisonabschluss der Fans prägen.
Am späten Samstagvormittag war jedoch weiterhin unklar, wie viele Anhänger aus der Ultraszene aufgrund des Notfalls letztlich sowohl das Spiel als auch die geplanten Feierlichkeiten verpassen würden.
Sportlich steht für den FC trotz allem noch einiges auf dem Spiel.
Nach der enttäuschenden Niederlage im letzten Heimspiel gegen 1. FC Heidenheim wollen die Geißböcke die Saison zumindest mit einer respektablen Leistung in München abschließen. Darüber hinaus befindet sich der FC weiterhin in einem kleinen Fernduell mit dem Rivalen Borussia Mönchengladbach.
Die Kölner möchten mindestens Rang 14 verteidigen und könnten mit einer Überraschung in München sogar noch auf Platz 13 springen — vorausgesetzt, der FC holt Punkte beim Rekordmeister und gleichzeitig verliert TSG Hoffenheim gegen Gladbach.
Doch noch vor dem Anpfiff war klar: Rund um den 1. FC Köln rückte der Fußball an diesem Samstag plötzlich in den Hintergrund, nachdem ein unerwarteter Notfall die geplante Auswärtsreise überschattet hatte.