Die enge Beziehung zwischen Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino scheint nur wenige Wochen nach dem Ende der Weltmeisterschaft 2026 einen dramatischen Bruch erlitten zu haben.
Während des gesamten Turniers waren Trump und Infantino häufig gemeinsam zu sehen. Der US-Präsident und der FIFA-Chef entwickelten während der Weltmeisterschaft in Nordamerika eine ungewöhnlich enge öffentliche Beziehung, wobei Infantino regelmäßig an der Seite Trumps bei wichtigen Veranstaltungen auftrat.
Doch diese scheinbar enge Allianz steht nun offenbar erheblich unter Druck. Im Mittelpunkt steht Infantinos umstrittener Plan, private Investitionen in die kommerziellen Aktivitäten der FIFA zu ermöglichen.
Berichten zufolge stieß der Vorschlag, Beteiligungen an bestimmten FIFA-Veranstaltungen zu verkaufen, auf massiven Widerstand und führte sogar zu rechtlichen Drohungen seitens der UEFA. Inzwischen wurden die Pläne aufgegeben.
Die Kontroverse scheint auch das politische Verhältnis rund um Infantino verändert zu haben. Als Trump im Weißen Haus zu den gescheiterten Plänen befragt wurde, distanzierte sich der US-Präsident auffällig vom FIFA-Chef.
Statt seinen prominenten Verbündeten zu verteidigen, erklärte Trump sinngemäß, dass er von dem Vorhaben wenig gewusst habe – ein bemerkenswerter Kontrast zu der engen öffentlichen Verbindung, die beide Männer während der Weltmeisterschaft demonstriert hatten.
Von engen WM-Verbündeten zu einem auffälligen Abstand
Die Beziehung zwischen Trump und Infantino entwickelte sich während der Weltmeisterschaft zu einer der auffälligsten Verbindungen zwischen Politik und Fußball.
Bereits vor dem Turnier hatte ihre Verbindung für Aufmerksamkeit gesorgt. Im Dezember 2025 verlieh Trump Infantino den ersten FIFA-Friedenspreis, nachdem der US-Präsident wiederholt seinen Unmut darüber geäußert hatte, nicht mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden zu sein.
Während der Weltmeisterschaft wurde ihre Nähe noch sichtbarer. Die beiden traten bei wichtigen Veranstaltungen regelmäßig gemeinsam auf.
Auch ein Vorfall rund um eine Rote Karte für einen Spieler der US-Nationalmannschaft wurde von „The News Agents“ thematisiert. Dem Bericht zufolge soll Infantino nach einem Telefonat mit Trump anschließend in die Angelegenheit eingegriffen haben.
Vor diesem Hintergrund wirkt Trumps nun erkennbare Distanzierung von Infantino nach dem Scheitern des Investitionsplans wie eine bemerkenswerte Kehrtwende.
Emily Maitlis von „The News Agents“ bewertete die Entwicklung besonders scharf. Ihrer Einschätzung zufolge könnte Infantino zu weit gegangen sein, indem er versuchte, die kommerziellen Einnahmen der FIFA noch weiter zu steigern – obwohl der Weltverband bereits enorme Summen erwirtschaftet.
FIFA-Finanzen im Zentrum der Kontroverse
Im Mittelpunkt des Streits steht Infantinos Plan zur weiteren Kommerzialisierung von FIFA-Veranstaltungen.
„The News Agents“ verwies dabei auf die erheblichen finanziellen Reserven der FIFA, die auf rund vier Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Dadurch stellt sich die Frage, warum der Weltverband eine derart weitreichende zusätzliche Monetarisierungsstrategie verfolgen sollte.
Noch brisanter wurde die Angelegenheit durch Berichte, wonach Infantino persönlich finanziell von einer Umsetzung des Vorhabens profitieren könnte.
Damit entwickelte sich die Diskussion von einer gewöhnlichen kommerziellen Initiative zu einer grundsätzlicheren Debatte über Transparenz, Governance und mögliche Interessenkonflikte innerhalb der FIFA.
Der öffentliche Widerstand trug letztlich dazu bei, dass die Pläne aufgegeben wurden. Gleichzeitig soll die UEFA rechtliche Schritte gegen das Vorhaben in Betracht gezogen beziehungsweise angedroht haben.
Ein schwerer Rückschlag für Infantino
Die Affäre stellt eine erhebliche Belastungsprobe für Infantinos Ansehen dar. Seit seiner Amtsübernahme hat der FIFA-Präsident seine Machtposition innerhalb des Weltfußballs zunehmend gefestigt.
Seine auffällige Nähe zu Trump während der Weltmeisterschaft 2026 hatte zudem sein politisches Profil gestärkt – insbesondere zu einem Zeitpunkt, an dem die FIFA versuchte, die globale und kommerzielle Bedeutung des Turniers in den USA, Kanada und Mexiko maximal auszuschöpfen.
Trumps plötzliche Zurückhaltung gegenüber Infantino ist deshalb von besonderer Bedeutung.
Die Analyse von „The News Agents“ legt nahe, dass Infantinos Versuch, die kommerziellen Möglichkeiten der FIFA noch weiter auszubauen, einen hohen Preis haben könnte. Nicht nur innerhalb der Fußballwelt stieß das Vorhaben auf Widerstand – offenbar wurde dadurch auch das Verhältnis zu einem seiner wichtigsten politischen Verbündeten belastet.
Der umstrittene Investitionsplan liegt inzwischen auf Eis. Die Fragen rund um das Vorhaben dürften Infantino jedoch noch länger begleiten.
Der FIFA-Präsident sieht sich nun erneut mit Fragen zu den kommerziellen Strategien des Weltverbandes, dem Umgang mit dessen enormen finanziellen Ressourcen sowie Berichten über mögliche persönliche finanzielle Vorteile konfrontiert.
Besonders auffällig ist jedoch die Kehrtwende in der Beziehung zwischen Trump und Infantino.
Eine Verbindung, die während der Weltmeisterschaft nahezu unzertrennlich wirkte, präsentiert sich inzwischen in einem völlig anderen Licht.
Ob Trump Infantino tatsächlich den Rücken gekehrt hat oder sich lediglich von einer politisch problematischen Kontroverse distanzieren wollte, bleibt offen.
Eines scheint jedoch klar: Die außergewöhnlich enge Allianz zwischen dem US-Präsidenten und dem mächtigen FIFA-Chef wirkt nach dem Ende der Weltmeisterschaft längst nicht mehr so unerschütterlich wie zuvor.