Ellyes Skhiri ist offiziell zurück beim 1. FC Köln. Nach wochenlangen Verhandlungen, die zwischenzeitlich ins Stocken geraten waren, hat der Bundesliga-Klub die Rückkehr des erfahrenen defensiven Mittelfeldspielers nun endgültig perfekt gemacht.
Der 31-jährige tunesische Nationalspieler hat in Köln einen Vertrag bis Juni 2028 unterschrieben und kehrt damit zu dem Verein zurück, für den er bereits von 2019 bis 2023 spielte. Skhiri hatte Köln 2023 ablösefrei verlassen und sich Eintracht Frankfurt angeschlossen.
Trotz seiner Rückkehr nach Köln erhält Frankfurt lediglich eine vergleichsweise geringe Ablösesumme. Laut Sky liegt diese bei 1 Million Euro zuzüglich Boni, während die Bild von einem Gesamtpaket von bis zu 2 Millionen Euro berichtet. Damit liegt die Ablöse deutlich unter Skhiris aktuellem Transfermarkt-Marktwert von 5 Millionen Euro.
Skhiris Zeit in Frankfurt endet nach schwieriger Phase
Skhiris Zeit bei Eintracht Frankfurt verlief letztlich nicht so, wie es sich der Klub bei seiner Verpflichtung erhofft hatte. Nach einer enttäuschenden Saison bei den Hessen gehörte der Mittelfeldspieler zudem zum tunesischen Aufgebot bei einer enttäuschenden Weltmeisterschaft 2026. Tunesien verlor alle drei Spiele und kassierte dabei zwölf Gegentore.
In den vergangenen Wochen war Skhiri bei Frankfurt vollständig aus den Planungen für die erste Mannschaft herausgefallen und trainierte ausschließlich mit der U21 des Vereins.
Der 1. FC Köln muss daher zunächst seinen körperlichen Zustand überprüfen, bevor der Mittelfeldspieler wieder für Pflichtspiele infrage kommt. Am Freitag soll Skhiri ins Mannschaftstraining einsteigen. Anschließend wird sich zeigen, wie schnell er für den Spieltagskader zur Verfügung stehen kann.
Die langwierigen Verhandlungen sollen unter anderem auch durch die Gehaltsfrage beeinflusst worden sein. Laut Bild wird Skhiri in Köln künftig knapp 2 Millionen Euro brutto pro Jahr verdienen. Bei Eintracht Frankfurt soll sein Jahresgehalt bei rund 3 Millionen Euro gelegen haben.
Köln benötigte dringend Verstärkung im Mittelfeld
Mit Skhiris Verpflichtung schließt Köln zudem eine wichtige Lücke im Kader von Trainer René Wagner.
Vor dem Abschluss des Transfers standen Wagner im zentralen Mittelfeld lediglich Tom Krauß, Ísak Jóhannesson und Neuzugang Paul Okon-Engstler zur Verfügung. Der Klub hatte deshalb dringend nach einer weiteren Option für diese Position gesucht.
Während des Transferfensters sollen sich auch andere Vereine mit Skhiri beschäftigt haben. Unter anderem wurden Sevilla, Olympiakos Piräus, Mainz 05 und die Fiorentina als Interessenten genannt. Am Ende setzte sich jedoch Köln durch und sicherte sich die Rückkehr des Mittelfeldspielers.
Skhiris Comeback reiht sich zudem in eine bemerkenswerte Tradition des Vereins ein. Köln hat in den vergangenen Jahren mehrfach ehemalige Spieler zurückgeholt. Ron-Robert Zieler kehrte 2025 nach 20 Jahren zum FC zurück, während Dominique Heintz, Mark Uth und Timo Hübers nach ihren jeweiligen Stationen ebenfalls nach Köln zurückkehrten. Zu den früheren Rückkehrern zählen außerdem Simon Terodde, Patrick Helmes und Lukas Podolski.
Kessler erklärt, warum Köln Skhiri zurückholen wollte
Kölns Sportchef Thomas Kessler sieht in Skhiris Vertrautheit mit dem Verein sowie seiner Erfahrung und Führungsstärke entscheidende Argumente für die Rückholaktion.
„Wir kennen Ellyes seit vielen Jahren sehr gut und der Kontakt zum FC ist auch nach seinem Wechsel nie abgebrochen. Bei der Zusammenstellung unseres Kaders war es uns wichtig, neben sportlicher Qualität gezielt zusätzliche Erfahrung und Führungsstärke in die Mannschaft zu bringen. Ellyes entspricht mit seinem Profil genau dem, was wir gesucht haben. Er hat in den vergangenen Jahren auf nationaler und internationaler Ebene viele wertvolle Erfahrungen gesammelt, die er nun bei uns einbringen kann. Gleichzeitig kennt er den FC, das Umfeld und die besonderen Anforderungen des Standorts Köln sehr genau. Er weiß, was es bedeutet, hier Verantwortung zu übernehmen. Mit seiner professionellen Haltung und seiner Erfahrung wird er unserer Mannschaft wichtige Impulse geben und insbesondere für unsere jungen Spieler auf und neben dem Platz ein wichtiger Orientierungspunkt sein. Wir sind überzeugt, dass Ellyes uns mit seinen Qualitäten sowohl sportlich als auch innerhalb unserer Mannschaftsstruktur weiterhelfen wird, und freuen uns sehr, ihn wieder am Geißbockheim zu begrüßen.“
Skhiri freut sich über seine Rückkehr
Für Skhiri bedeutet der Wechsel die Rückkehr in ein vertrautes Umfeld. Der Mittelfeldspieler betonte, dass er auch während seiner Zeit außerhalb Kölns den Kontakt zum Verein nie vollständig verloren habe. Zudem habe er während der Gespräche mit den Verantwortlichen sofort das Vertrauen des Klubs gespürt.
„Ich bin sehr froh, wieder hier zu sein, und habe direkt einige bekannte Gesichter am Geißbockheim getroffen. Den FC habe ich nie aus den Augen verloren und war mit einigen Leuten immer in Kontakt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und bin motiviert, mit all den Menschen hier wieder erfolgreich zu sein, und werde alles für den FC und seine Fans geben. Ich war schon seit einiger Zeit mit Thomas und René im Austausch, habe sofort wieder das Vertrauen gespürt – und das ist ein super Gefühl.“
In seiner ersten Zeit beim 1. FC Köln absolvierte Skhiri 133 Pflichtspiele, erzielte 20 Tore und bereitete acht weitere Treffer vor.
Nach drei Jahren Abwesenheit erhält der Mittelfeldspieler nun die Chance, beim FC an seine frühere Bedeutung anzuknüpfen. Seine unmittelbare Aufgabe besteht zunächst darin, wieder vollständig fit zu werden und sich einen Platz im Kader von René Wagner zu erarbeiten.
Köln wiederum hofft, mit der Rückkehr eines Spielers, der den Verein und sein Umfeld bereits bestens kennt, nicht nur zusätzliche Qualität, sondern auch wertvolle Erfahrung und Führungsstärke für das zentrale Mittelfeld gewonnen zu haben.