Union Berlins Defensivkrise hat sich weiter verschärft. Nach nur vier Spieltagen hat der Bundesliga-Klub bereits 17 Gegentore kassiert. Während der anstehenden Länderspielpause könnte Sportchef Horst Heldt deshalb zwei erfahrene Defensivoptionen als möglichen Notfallplan prüfen.
Union Berlin steckt nach einem katastrophalen Saisonstart in ernsthaften Abwehrproblemen. Den vorläufigen Tiefpunkt bildete am Freitag die deutliche 0:7-Niederlage beim FC Bayern.
Damit hat Union nach vier Ligaspielen bereits 17 Gegentore kassiert – ein neuer Negativwert für den Klub. Die Mannschaft, die einst für ihre defensive Stabilität bekannt war, hat derzeit große Schwierigkeiten, die Gegner konstant vom eigenen Tor fernzuhalten.
Die bevorstehende Länderspielpause bietet nun die Gelegenheit, die Situation eingehend zu analysieren und mögliche Lösungen zu prüfen.
Zwei erfahrene Optionen rücken in den Fokus
Laut BILD könnte Sportchef Horst Heldt auf dem Transfermarkt nach Verstärkung suchen. Gesucht wird offenbar ein erfahrener Innenverteidiger, der der Abwehr zusätzliche Stabilität und Führung verleihen kann.
Zwei Namen, die grundsätzlich ins Anforderungsprofil passen könnten, sind David Alaba und Jannik Vestergaard.
Das gesuchte Profil soll vor allem Erstliga-Erfahrung – möglichst in der Bundesliga –, Führungsqualitäten und eine starke Kommunikation umfassen.
Beide Spieler erfüllen diese Kriterien.
David Alaba, 34, ist nach seinem Abschied von Real Madrid derzeit vereinslos und verfügt über enorme Erfahrung auf höchstem europäischen Niveau.
Jannik Vestergaard, ebenfalls 34, spielte zuletzt in der zweiten Liga, bringt jedoch umfangreiche Bundesliga-Erfahrung mit. Der dänische Innenverteidiger absolvierte bereits 185 Bundesliga-Spiele für Hoffenheim, Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach.
Probleme mit dem neuen Abwehrsystem
Eine der größten Herausforderungen für Mauro Lustrinellis Mannschaft ist die Umstellung auf eine Viererkette, die der Schweizer Trainer nach Köpenick mitgebracht hat.
Die Anpassung hat bislang nicht die erhoffte defensive Stabilität gebracht. Stattdessen gelingt es den Gegnern immer wieder, Räume zu finden und Eins-gegen-eins-Situationen gegen die Union-Abwehr zu erzwingen.
Kapitän Christopher Trimmel hat dieses Problem bereits angesprochen und mehr defensive Abstimmung gefordert.
„Wir lassen auf der letzten Linie zu viele Situationen im Eins-gegen-eins entstehen. Da müssen wir einfach besser werden, auch in der Kommunikation.“
Die Aussage verdeutlicht eine der derzeitigen Schwachstellen: Union fehlt offenbar ein klarer Abwehrchef, der die Defensive organisiert und in schwierigen Situationen Verantwortung übernimmt.
Union sucht einen Abwehrchef
Zum aktuellen Innenverteidiger-Personal gehören Zeno van den Bosch, Felix Uduokhai und Leopold Querfeld. Allerdings stellt sich die Frage, ob einer von ihnen dauerhaft die Rolle des defensiven Anführers übernehmen kann.
Auch Marvin Friedrich ist nach seinem Comeback wieder eine Option. Ob er jedoch unmittelbar die notwendige Erfahrung und Autorität in die Abwehr bringen kann, bleibt abzuwarten.
Damit könnte eine externe Verstärkung für Heldt zu einer möglichen Alternative werden.
Lustrinelli erhält weiterhin Rückendeckung
Trotz der alarmierenden Zahlen und der deutlichen Niederlage in München steht Lustrinelli offenbar nicht unmittelbar zur Diskussion.
Die Verantwortlichen von Union Berlin halten weiterhin an den Veränderungen fest, die der Schweizer Trainer einführen möchte, und wollen ihm die notwendige Zeit geben, seine Ideen umzusetzen.
Die Defensivbilanz lässt allerdings wenig Raum für Entspannung.
Nach 17 Gegentoren in vier Spielen muss Union dringend wieder defensive Stabilität entwickeln. Die Länderspielpause könnte deshalb für Heldt und die Vereinsführung zu einer wichtigen Phase werden, um zu entscheiden, ob zusätzliche Erfahrung in der Abwehr benötigt wird.
Alaba und Vestergaard gelten dabei als zwei mögliche Optionen, die grundsätzlich über das Profil und die Erfahrung verfügen, die Union Berlins angeschlagene Defensive derzeit benötigen könnte.