Beim Hamburger SV wächst die Unzufriedenheit, nachdem Publikumsliebling Bobby Glatzel offen über seine mangelnde Einsatzzeit gesprochen hat – trotz voller Fitness und großer Einsatzbereitschaft.
Der 32-Jährige, der bei den Fans hohes Ansehen genießt, findet sich in den letzten Wochen zunehmend auf der Bank wieder.
Fanliebling mit wenig Einsatzzeit
Glatzels Beliebtheit bei den Anhängern ist unbestritten, doch sportlich zeigt sich ein anderes Bild. Wenige Einsatzminuten und wiederholte Nichtberücksichtigungen in der Startelf sorgen beim Stürmer für große Frustration, da er seine aktuelle Rolle innerhalb der Mannschaft kaum nachvollziehen kann.
Glatzel spricht offen
In einem ehrlichen Interview machte Glatzel seinem Unmut Luft:
„Das ist maximal frustrierend, auch mit dem Hintergrund, dass ich zuvor zweimal in der Startelf stand und es sich dann wieder komplett gedreht hat. Wenn man bis zum Heidenheim-Spiel zurückgeht, sind es jetzt sogar fünf von sieben Spielen, in denen ich komplett auf der Bank saß, obwohl ich zu 100 % wieder fit bin. Klar habe ich mit dem Trainer über meine Einsatzzeiten gesprochen, und er hat auch seine Begründung, die er mir klar gesagt hat. Dass ich jetzt aber gar nicht mehr spiele, ist für mich absolut nicht verständlich.“
Auf der Suche nach Antworten
Der Angreifer räumt ein, dass er die Situation nicht vollständig nachvollziehen kann, verweist jedoch auf mögliche taktische Gründe:
„Komplett nachvollziehen kann ich das natürlich nicht. Natürlich hat jeder Trainer eine Spielidee, und es hat ja auch oft schon ohne mich gut geklappt. Ich kann auch nachvollziehen, dass es Spiele gibt, wo andere Tugenden gefragt sind. Klar ist, dass ich der Mannschaft helfen kann und das auch schon bewiesen habe – auch in dieser Saison trotz der wenigen Möglichkeiten. Ich sitze nicht draußen, weil ich schlecht gespielt habe.“
Leistung spricht für ihn
Trotz begrenzter Einsatzzeiten waren Glatzels Leistungen effektiv. In seinen drei Startelfeinsätzen holte der HSV zwei Siege und ein Unentschieden, während der Stürmer selbst ein Tor erzielte und eines vorbereitete. Dennoch verzichtet er darauf, die Entscheidungen offen zu kritisieren:
„Das ist schwer zu sagen. Jeder empfindet anders, was gerecht und was ungerecht ist. Das steht mir nicht zu, das so zu beurteilen. Natürlich habe ich viele Fragezeichen. Ich will kein Feuer legen oder mich über die Mannschaft stellen. Das bin ich nicht. Ich will einfach nur mal ein paar Dinge loswerden und mich positionieren. Ich lasse mich aber auf jeden Fall nicht hängen und bin topfit.“
Bekenntnis zum Verein
Trotz vorliegender Angebote im Winter entschied sich Glatzel, beim HSV zu bleiben. Sein Fokus liegt weiterhin klar auf dem Mannschaftserfolg:
„Das größte Happy End wäre für mich, wenn der HSV die Klasse hält. Das ist das Wichtigste, und das möchte ich auch noch mal betonen. Zu meiner Person kann ich nur sagen, dass ich nichts abschenke und weiterhin alles geben werde. Die letzten Wochen waren zwar nicht sehr zuversichtlich, was meine Situation betrifft, und es ist eher unwahrscheinlich, dass sich noch mal alles wieder um 180 Grad drehen wird. Für mich persönlich wünsche ich mir, dass ich maximal dazu beitragen und auf dem Platz mithelfen kann.“
Trainerentscheidung und mögliche Chance
Cheftrainer Merlin Polzin hat bei noch acht verbleibenden Spieltagen die Entscheidung über Glatzels Einsatzzeiten in der Hand.
Der Blick richtet sich nun auf das kommende Topspiel gegen Borussia Dortmund, in dem der Stürmer möglicherweise die Chance erhält, sich erneut zu beweisen.
Auch wenn seine Rolle derzeit unklar ist, bleibt Glatzels Haltung eindeutig: engagiert, fokussiert und bereit. Für einen Spieler, der bei den Fans so hoch im Kurs steht, bleibt die Hoffnung, dass sich seine Situation bald ändert und er wieder regelmäßig auf dem Platz helfen kann.