Hamburger SVs einst komfortabler Puffer zur Abstiegszone schrumpft rapide, doch die Vereinsführung betont weiterhin, dass weder Panik noch Zweifel an Cheftrainer Merlin Polzin bestehen.
Noch vor wenigen Wochen schien der Klassenerhalt für den Bundesliga-Aufsteiger reine Formsache zu sein. Doch inzwischen ist der HSV auf den 14. Tabellenplatz abgerutscht und hat nur noch einen trügerischen Vorsprung von fünf Punkten auf den Relegationsplatz. Die Warnsignale werden deutlicher.
Auch die Formkurve spricht eine klare Sprache: In den letzten fünf Spielen holte der HSV nur zwei Unentschieden und kassierte drei Niederlagen. Blickt man weiter zurück, zeigt sich ein noch ernüchternderes Bild – nur ein Sieg aus den letzten neun Partien. Der einst vorhandene Schwung ist spürbar verloren gegangen.
Der jüngste Rückschlag – eine 1:3-Niederlage im hitzigen Nordderby gegen Werder Bremen – verschärfte die Situation zusätzlich. Die Partie war nicht nur sportlich enttäuschend, sondern auch geprägt von Chaos, Frustration und Disziplinproblemen, inklusive einer erneuten Roten Karte für das Team sowie weiterer Platzverweise im Trainerumfeld. Besonders Mittelfeldspieler Nicolai Remberg zeigte sich über die fehlende Kontrolle deutlich verärgert.
Klubvorstand Eric Huwer fand deutliche Worte und bezeichnete das Spiel als zu hektisch und „zu wild“ aus seiner Sicht. Dennoch wies er jede Diskussion über mögliche Zweifel an Polzins Führungsfähigkeit entschieden zurück.
„Diese Frage stellt sich für mich nicht“, stellte er klar. „Ich nehme keine Nervosität wahr, auch wenn ich nachvollziehen kann, dass nach einem solchen Derby dieser Eindruck entstehen kann.“
Die Niederlage in Bremen sei zwar ein Rückschlag gewesen, dennoch bleibe das Vertrauen in den Cheftrainer ungebrochen. Im Mittelpunkt stehe nun nicht Schuldzuweisung, sondern der Aufbau von Widerstandskraft innerhalb der Mannschaft.
„Wichtig ist jetzt, wie wir reagieren“, erklärte Huwer. „Wir müssen mentale Stärke entwickeln und wieder aufstehen. Ich habe volles Vertrauen in diese Gruppe – sowohl in die Mannschaft als auch in das Trainerteam.“
Der HSV sendet damit eine klare Botschaft: Trotz sportlicher Turbulenzen bleibt die Führung ruhig – und das Vertrauen in Polzin steht weiterhin fest.