In Hamburg steigt die Anspannung zur denkbar ungünstigsten Zeit für den Hamburger SV. Was als solide Saison nach dem Aufstieg begann, hat sich zu einem späten Überlebenskampf entwickelt – und die Folgen eines möglichen Abstiegs könnten weit über die Tabelle hinausreichen.
Der HSV steht derzeit auf Platz 14, noch fünf Punkte vor St. Pauli und sieben Punkte vor Wolfsburg in der Gefahrenzone. Auf dem Papier wirkt das Polster komfortabel, doch die jüngste Form hat die Mannschaft in eine Phase wachsender Unsicherheit gebracht.
Und sollte der Worst Case eintreten, droht ein massiver Umbruch im Kader.
Laut Sport Bild würde ein Abstieg nahezu sicher eine Welle von Abgängen auslösen – beginnend mit Stürmer Ransford Königsdörffer. Der 24-Jährige stand bereits im vergangenen Sommer kurz vor einem Wechsel, als ein Transfer zu Nizza erst im letzten Moment platzte. Nun ist seine Zukunft erneut offen. Vor allem Gehaltsforderungen und Interesse aus England erschweren eine Einigung, eine Verlängerung gilt klar als abhängig vom Klassenerhalt.
Auch im Mittelfeld könnte es Veränderungen geben: Nicolai Remberg wird ebenfalls mit einem möglichen Abgang bei Abstieg in Verbindung gebracht. Zwar fühlt er sich in Hamburg wohl, strebt jedoch langfristig Bundesliga-Fußball an. Berichten zufolge enthielt sein früherer Vertrag bei Holstein Kiel eine Abstiegsklausel, die seinen Wechsel für rund 2,4 Millionen Euro ermöglichte. Ob im aktuellen Vertrag eine ähnliche Regelung existiert, ist unklar – die Spekulationen halten jedoch an.
Die Unsicherheit betrifft nicht nur einzelne Spieler. Auch langjährige Leistungsträger wie Miro Muheim sowie Torhüter Daniel Heuer Fernandes könnten den Verein im Falle eines Abstiegs verlassen. Besonders bei Heuer Fernandes gilt ein Verbleib nur bei Klassenerhalt als wahrscheinlich, da sich sein Vertrag dann automatisch verlängert. Bei einem Abstieg gilt ein Abschied als sehr wahrscheinlich. Zudem wird er sogar lose mit Bayern München als möglicher Backup-Keeper in Verbindung gebracht, sollte Manuel Neuer seine Karriere beenden.
Doch all das bleibt vorerst Zukunftsmusik.
Für den HSV zählt jetzt nur die Gegenwart: Vier Spiele stehen noch an – gegen Hoffenheim, Frankfurt, Freiburg und Leverkusen. Jeder einzelne Punkt könnte darüber entscheiden, ob der Klub in der Bundesliga bleibt oder vor einem tiefgreifenden Neuaufbau steht.