Der VfL Bochum festigte seine Position im Kampf um den Klassenerhalt mit einem hart erkämpften 2:1-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth in einem Spiel, das zwischen frühem Schlag, zwischenzeitlicher Kontrolle und einem nervenaufreibenden Finale schwankte und das Ruhrstadion bis zum Schlusspfiff in Atem hielt.
Der Ton der Partie war nahezu sofort gesetzt. Kaum 51 Sekunden waren gespielt, da schlug Bochum bereits zu. Eine Flanke von Wittek segelte in den Strafraum, wo im Getümmel am zweiten Pfosten Fürths Ziereis im entscheidenden Moment ausrutschte. Philipp Hofmann nutzte die Gelegenheit eiskalt und vollendete aus kurzer Distanz. Die Heimfans hatten sich kaum gesetzt, da jubelte das Stadion bereits – ein frühes Signal in einem Spiel, das von kleinen Momenten entschieden werden sollte.
Trotz des frühen Rückschlags fand Greuther Fürth nach und nach besser in die Partie. Die Gäste agierten zunächst vorsichtig, wurden dann aber mutiger und suchten vermehrt die Räume im Mittelfeld. Doch obwohl sie zunehmend Präsenz zeigten, fehlte im letzten Drittel weiterhin die Präzision. Vielversprechende Ansätze verpufften durch ungenaue Zuspiele oder geblockte Abschlüsse, sodass Horn im Bochumer Tor lange weitgehend beschäftigungslos blieb.
Bochum wiederum kontrollierte nicht zwingend den Ballbesitz, aber den Rhythmus. Die Gastgeber setzten auf Kompaktheit und lauerten auf Umschaltmomente sowie Standardsituationen. Dieses Muster hielt bis zur Pause an: Fürth bemüht, aber ohne Durchschlagskraft – Bochum stabil und gelegentlich gefährlich.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte der VfL die Effizienz. Und erneut wurde eine Standardsituation zum entscheidenden Faktor. In der 56. Minute brachte Wittek einen präzisen Eckball in die Gefahrenzone. Hofmann stieg am höchsten und köpfte den Ball mustergültig ins lange Eck. Zwei Chancen, zwei Tore – eine eiskalte Ausbeute eines Mittelstürmers in Topform.
Beim Stand von 2:0 schien Bochum die Partie weitgehend unter Kontrolle zu haben. Doch Fürth gab sich nicht geschlagen. Die Gäste riskierten nun mehr, rückten höher auf und zwangen Bochum zu Fehlern im Aufbau. Die Begegnung wurde offener – und deutlich hektischer.
Kurzzeitig wurde Bochums vermeintliche Entscheidung durch den VAR ausgebremst, als ein weiterer Treffer wegen einer Abseitsstellung im Vorfeld aberkannt wurde. Ein Warnsignal, dass die Partie noch nicht entschieden war. Fürth blieb dran – und wurde in der 88. Minute belohnt: Noel Futkeu reagierte im Strafraum am schnellsten und verkürzte nach einem chaotischen Angriff auf 2:1.
Plötzlich war Spannung zurück im Ruhrstadion. Klaus traf wenig später den Pfosten, Marshall vergab eine große Ausgleichschance, und Bochum verteidigte mit letzter Kraft, während die Nachspielzeit sich wie ein Endlosmoment anfühlte.
Doch der VfL brachte den Vorsprung über die Zeit.
Als der Schlusspfiff ertönte, war die Erleichterung ebenso groß wie der Jubel. Bochum überstand die späte Druckphase und sicherte sich drei enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge wächst damit auf sechs Punkte, während Fürth weiter auf Platz 17 feststeckt und einer verpassten Gelegenheit nachtrauert.
Es war keine perfekte Vorstellung des VfL, aber eine effektive – geprägt von frühem Zugriff, Standardsicherheit und großer Widerstandsfähigkeit in der Schlussphase. In einer Saison, in der Resultate mehr zählen als Schönheit, könnte dieser Sieg noch lange von Bedeutung sein.