Während der Hamburger SV seine Kaderplanung für die kommende Saison weiter vorantreibt, richtet sich der Blick im Klub längst nicht mehr nur auf mögliche Neuzugänge.
Sportdirektor Claus Costa soll seine Scouting-Aktivitäten bereits intensiviert haben — unter anderem mit dem dänischen Talent Thomas Jørgensen auf dem Radar — doch auch die Abgänge könnten sich als ebenso wertvoll für die Sommerplanung erweisen.
Zwei Spieler, die in Hamburg bereits als aussortiert galten, könnten dem HSV nun überraschend frisches Geld in die Kassen spülen.
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Lukasz Poreba und Immanuel Pherai, beide derzeit auf Leihbasis beim SV Elversberg aktiv, haben sich in der 2. Bundesliga eindrucksvoll neu empfohlen und könnten Teil einer der spannendsten Aufstiegsgeschichten der Liga werden. Für den HSV entscheidend: Elversberg besitzt für beide Spieler Kaufoptionen — ein Szenario, das mehrere Millionen Euro einbringen könnte.
Der 26-jährige polnische Mittelfeldspieler Lukasz Poreba hatte den HSV im vergangenen Sommer verlassen, nachdem er sportlich keine Perspektive mehr sah. In Elversberg entwickelte er sich jedoch zu einer festen Führungsfigur im Mittelfeld. In 32 Einsätzen stand er 30-mal in der Startelf, erzielte ein Tor und bereitete drei weitere Treffer vor.
Auch Immanuel Pherai konnte sich neu beweisen. Der 25-jährige Offensivspieler fand in Elversberg schnell seinen Rhythmus und wurde zu einem wichtigen kreativen Faktor im Aufstiegskampf. Trotz weniger Einsätze sammelte er bereits zwei Tore in 11 Spielen, davon 10 in der Startelf.
Nun könnten beide Spieler Teil eines langfristigen Bundesliga-Projekts in Elversberg werden.
Der Klub aus dem Saarland kämpft derzeit um den Aufstieg und steht mit 59 Punkten auf Platz zwei der Tabelle, knapp vor Hannover 96 und dem SC Paderborn mit jeweils 58 Punkten. Sollte der Sprung in die Bundesliga gelingen, würde die Wahrscheinlichkeit steigen, dass beide Kaufoptionen gezogen werden.
Diese liegen jeweils bei rund 1,5 Millionen Euro, was dem HSV insgesamt etwa 3 Millionen Euro einbringen könnte. Für den finanziell und sportlich strategisch arbeitenden Klub wäre dies ein wichtiger Baustein der Sommerplanung.
Das Geschäft würde sich auch wirtschaftlich für den HSV lohnen: Für beide Spieler investierte der Verein ursprünglich rund 1 Million Euro. Ein permanenter Verkauf im Sommer könnte somit einen geschätzten Gewinn von etwa 2 Millionen Euro bedeuten — bei gleichzeitig frei werdenden Gehaltsmitteln.
Was einst wie zwei abgeschriebene Personalien wirkte, könnte sich nun zu einem der cleversten Transfererfolge des HSV im kommenden Sommer entwickeln.