Große Erleichterung machte sich bei 1. FC Köln breit – noch bevor überhaupt gegen 1. FC Heidenheim angepfiffen wurde. Die Ergebnisse des Bundesliga-Samstags sicherten den Geißböcken endgültig den Klassenerhalt und erlauben es dem Klub nun, den Fokus vollständig auf die Planungen für die Saison 2026/27 zu richten. Die ersten direkten Folgen des Ligaverbleibs sind bereits sichtbar.
Zwei Transfers, die bislang noch von der sportlichen Zukunft des Vereins abhingen, stehen nun praktisch fest. Tom Krauß wird dauerhaft in Köln bleiben, zudem soll auch Jakub Kaminski per Kaufoption fest verpflichtet werden.
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Der Bundesliga-Verbleib des FC wurde rechnerisch perfekt, nachdem FC St. Pauli gegen RB Leipzig verlor und VfL Wolfsburg sich FC Bayern Munich geschlagen geben musste. Damit waren alle letzten Zweifel beseitigt – und gleichzeitig wurden wichtige Klauseln in der Kaderplanung aktiviert.
Für Krauß war genau dieser Klassenerhalt der entscheidende Faktor. Der Mittelfeldspieler war im vergangenen Sommer auf Leihbasis von 1. FSV Mainz 05 nach Köln gewechselt. Bestandteil des Deals war eine Kaufpflicht, gekoppelt an eine bestimmte Anzahl von Einsätzen sowie den Verbleib in der Bundesliga. Beide Voraussetzungen gelten nun als erfüllt.
Sportdirektor Thomas Kessler hatte bereits unter der Woche angedeutet, dass der Prozess kurz vor dem Abschluss stehe.
„Es gibt bei Tom eine Kaufverpflichtung, die an eine gewisse Anzahl von Spielen und den Klassenerhalt gekoppelt ist“, erklärte Kessler bei einer Medienrunde am Geißbockheim. „Wir wollen Tom auch in der kommenden Saison bei uns haben.“
Die feste Verpflichtung von Krauß ist dabei weit mehr als nur Kontinuität im Kader. Der FC plant für den Sommer einen größeren Umbau im zentralen Mittelfeld. Während Krauß und Isak Johannesson bleiben sollen, sind andere Personalien offen. Denis Huseinbasic könnte den Verein trotz Vertrags bis 2027 verlassen, während bei Felipe Chavez und Eric Martel noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist.
Kesslers Vorstellung für die kommende Saison scheint klar definiert: Köln will mehr Kontrolle, mehr Ruhe am Ball und mehr Qualität im Spielaufbau. Gesucht werden Mittelfeldspieler, die nicht nur Zweikämpfe führen, sondern Spiele lenken und eröffnen können. Krauß bringt Intensität und defensive Stabilität mit, dennoch sieht der FC weiterhin Bedarf an zusätzlicher Kreativität und Struktur im Zentrum.
Parallel dazu nähert sich auch der zweite Deal dem Abschluss. Die feste Verpflichtung von Kaminski gilt nach Kesslers Aussagen nur noch als Formsache. Der Polen soll einen Vertrag bis 2029 erhalten, inklusive einer Ausstiegsklausel, die Berichten zufolge bei über 20 Millionen Euro liegen soll.
Kessler verriet sogar, dass Wolfsburg bereits informiert worden sei.
„Ich habe dem VfL Wolfsburg per Sprachnachricht schon mitgeteilt, dass wir die Kaufoption für Kuba ziehen werden“, sagte der Sportdirektor. „Er hat genau das erfüllt, was wir uns von ihm versprochen haben.“
Was vor wenigen Wochen noch ein nervenaufreibender Abstiegskampf war, entwickelt sich nun zunehmend zum Startpunkt des Kölner Sommer-Umbruchs. Der Klassenerhalt sicherte dem FC nicht nur ein weiteres Bundesliga-Jahr – er brachte dem Verein unmittelbar auch zwei wichtige Bausteine für die Zukunft.