Der 1. FC Köln steht vor einer möglicherweise entscheidenden Woche auf dem Transfermarkt. Sportchef Thomas Kessler hat bestätigt, dass in den kommenden Tagen weitere Neuzugänge erwartet werden.
Nach einer vergleichsweise ruhigen Phase bei den Verpflichtungen scheinen die Geißböcke ihre Transferaktivitäten nun beschleunigen zu wollen. Auf mehreren Positionen besteht weiterhin Verstärkungsbedarf. Gleichzeitig deutete Kessler an, dass Köln von unerwarteten Möglichkeiten profitieren könnte – darunter Spieler, die vor wenigen Wochen noch als unerreichbar galten.
„Grundsätzlich glaube ich, dass auf der Zugangsseite in der kommenden Woche etwas passieren wird“, erklärte Kessler nach der letzten Generalprobe des FC gegen den SC Paderborn.
Den Namen des nächsten Neuzugangs wollte der Sportchef bewusst nicht verraten: „Auf welcher Position das sein wird, darüber werden wir informieren, sobald wir eine Einigung haben.“
Dallinga vor dem Wechsel nach Köln
Der derzeit konkreteste Name ist Thijs Dallinga vom FC Bologna. Köln soll sich mit dem niederländischen Stürmer und seinem italienischen Arbeitgeber bereits auf eine Leihe mit einer Kaufoption von rund elf Millionen Euro geeinigt haben.
Dallinga wird zum Wochenbeginn in Köln erwartet und könnte damit der erste wichtige Baustein der nächsten Transferoffensive werden.
Doch Kesslers Aussagen lassen darauf schließen, dass die Planungen des FC damit noch längst nicht abgeschlossen sind.
Mikey Moore bleibt eine spannende Option
Auch Tottenhams Nachwuchsspieler Mikey Moore bleibt ein interessantes Thema rund um den 1. FC Köln.
Der 18-Jährige gilt seit mehreren Wochen als möglicher Leihkandidat. Englischen Medienberichten zufolge sollen sogar bereits Reisevorbereitungen für einen Wechsel nach Köln getroffen worden sein, ehe Tottenham-Trainer Roberto De Zerbi sein Veto einlegte.
Kessler wollte das Interesse des FC nicht bestätigen.
„Ich rede im Normalfall nicht über Spieler anderer Clubs. Dass Gerüchte unterwegs sind, mit welchen Spielern wir uns austauschen, ist gang und gäbe. Ich weiß, dass das die Menschen interessiert. Aber ich bin nicht derjenige, der sich dazu äußern wird.“
Dennoch könnte sich Moores Situation zugunsten des FC verändern. Der Teenager machte mit zwei Treffern gegen Hoffenheim auf sich aufmerksam, während Tottenham gleichzeitig offenbar kurz vor der Verpflichtung von Manchester Citys Brasilianer Savinho steht. Auch Liverpools Cody Gakpo wird mit den Spurs in Verbindung gebracht.
Mehr Konkurrenz in Tottenhams Offensive könnte somit eine Tür für Moore öffnen.
Kessler deutet „unerreichbare“ Transferziele an
Für das größte Aufsehen sorgte jedoch Kesslers Hinweis, dass Köln Spieler ins Visier nehmen könnte, die vor wenigen Wochen noch völlig unrealistisch erschienen.
„Bei dem einen oder anderen Kandidaten, der vor vier, fünf oder sechs Wochen noch unerreichbar gewesen wäre, könnte jetzt vielleicht eine Tür aufgehen.“
Diese Aussage gibt einen interessanten Einblick in die Transferstrategie der Kölner für die Schlussphase des Transferfensters.
Je näher das Ende der Transferperiode rückt, desto schneller können sich die Rahmenbedingungen verändern. Spieler werden plötzlich verfügbar, weil Kader umgebaut werden, Trainer ihre Pläne ändern, Transfers scheitern oder Vereine bei Leihgeschäften kompromissbereiter werden.
Ein Spieler, der in dieses Muster passen könnte, ist Edson Álvarez. Der mexikanische Mittelfeldspieler fehlte überraschend im Kader von West Ham United zum Championship-Auftakt gegen Burnley, obwohl zuvor berichtet worden war, dass er beim Londoner Klub bleiben und beim Kampf um den direkten Wiederaufstieg helfen wolle.
Das Gehalt des Mexikaners würde einen Wechsel nach Köln allerdings äußerst schwierig machen. Veränderungen bei West Ham könnten die Situation jedoch möglicherweise neu bewerten lassen.
Bestätigt ist bislang nicht, dass Köln tatsächlich an Álvarez arbeitet.
Noch keine Einigung bei der Suche nach einer Nummer sechs
Parallel dazu läuft die Suche nach einem neuen defensiven Mittelfeldspieler weiter.
Kessler bestätigte, dass Gespräche geführt werden, räumte aber ein, dass bislang noch keine Einigung erzielt wurde.
„Wir sind weiter im Austausch mit Kandidaten. Wir sind noch nicht zu einer Einigung gekommen.“
Rani Khedira von Union Berlin und Ellyes Skhiri von Eintracht Frankfurt wurden zuletzt mit dem FC in Verbindung gebracht. Ein Durchbruch zeichnet sich bei beiden allerdings bislang nicht ab.
Darüber hinaus sucht Köln nach einem weiteren Linksverteidiger. Auch Verstärkungen für die Offensive bleiben möglich.
Kessler nennt keine konkrete Anzahl an Neuzugängen
Trotz des weiterhin bestehenden Bedarfs auf mehreren Positionen wollte Kessler keine konkrete Zahl an weiteren Transfers nennen.
„Es wäre völlig unseriös, da jetzt eine Anzahl an Spielern zu nennen.“
Wie viele Spieler tatsächlich noch kommen, könnte auch von den Leistungen des bestehenden Kaders abhängen.
Die beiden Niederlagen in den letzten Testspielen haben dem Sportmanagement zusätzliche Erkenntnisse vor dem Saisonstart geliefert. Kessler betonte, dass auch die Spieler im aktuellen Kader weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Position zu verbessern.
„Jeder, der bei uns im Kader steht, darf in den Testspielen für sich Werbung machen. Kurz vor Saisonstart hat das natürlich Einfluss auf unsere Planungen.“
Zugleich bezeichnete er die Kaderplanung als äußerst dynamisch.
„Die Eindrücke aus den Spielen sind entscheidend dafür, wo wir glauben, externe Qualität hinzuführen zu müssen.“
Köln bereitet sich auf einen aktiven Transfer-Endspurt vor
Kessler versichert, dass Köln hinter den Kulissen intensiv arbeitet und mit zahlreichen potenziellen Kandidaten in Kontakt steht.
„Wir machen da unsere Hausaufgaben und sind stetig im Austausch mit unterschiedlichsten Kandidaten.“
Zugleich erklärte er, warum derzeit so viele verschiedene Namen rund um den FC kursieren.
„Deswegen werden wahrscheinlich auch so viele Namen aus verschiedenen Richtungen gespielt. Nicht jede unserer Nachfragen ist direkt ein ernsthaftes Interesse oder führt zu Verhandlungen. Aber natürlich sind wir sehr aktiv und agil auf dem Markt.“
Die Botschaft aus Köln ist damit eindeutig: Der 1. FC Köln ist auf dem Transfermarkt noch lange nicht fertig.
Dallinga scheint vor dem ersten konkreten Schritt zu stehen, Moore bleibt eine interessante Option und die Suche nach einem Sechser geht weiter. Darüber hinaus deutet Kessler eine ambitioniertere Strategie an: Der FC will geduldig auf den richtigen Moment warten, um Spieler zu verpflichten, die vor wenigen Wochen noch als „unerreichbar“ galten.
Je näher das Ende des Transferfensters rückt, desto spannender dürfte sich daher zeigen, wie weit Köln bei seinem Transfer-Endspurt tatsächlich gehen kann.