Borussia Mönchengladbachs späte Niederlage gegen Mainz 05 hat die interne Kritik im Klub weiter angeheizt. Cheftrainer Eugen Polanski zeigte sich sichtlich frustriert, nachdem seine Mannschaft in der Nachspielzeit den Sieg aus der Hand gegeben und am Ende nur ein 1:1-Unentschieden erreicht hatte.
Was zunächst wie ein kontrollierter Auftritt mit einer 1:0-Führung aussah, entwickelte sich in der Schlussphase zum Albtraum. In der 98. Minute traf Nadiem Amiri für Mainz und bestrafte damit Gladbachs passive Spielkontrolle in den letzten Minuten. Für Polanski war es ein weiterer Beleg dafür, dass seinem Team in entscheidenden Momenten die Stabilität fehlt.
Ein zentraler Punkt der Partie war der Einsatz von Giovanni Reyna, der in der 72. Minute eingewechselt wurde, um mehr Ruhe und Ballkontrolle ins Spiel zu bringen und die Führung abzusichern. Dieser Plan ging jedoch nur teilweise auf.
Polanski hatte gehofft, dass Reyna mit seiner Technik und Übersicht das Spiel beruhigen und den Ballbesitz sichern würde, um den Druck von der Defensive zu nehmen. Stattdessen blieben einige Aktionen hinter den Erwartungen zurück.
„Wir wollten mehr Kontrolle im Ballbesitz, jemanden, der das Spiel beruhigt“, erklärte Polanski nach der Partie. „Wenn die richtigen Entscheidungen getroffen werden, funktioniert das sehr gut. Aber es gab Situationen, in denen das nicht der Fall war – nicht nur von Gio, sondern auch von anderen Spielern.“
Auch wenn der Trainer keine direkte Einzelkritik äußerte, war die Enttäuschung deutlich herauszuhören. Besonders die mangelnde Kontrolle in der Schlussphase wurde intern kritisch bewertet.
Reyna steht damit zunehmend im Fokus der Diskussionen. Seit seinem Wechsel von Borussia Dortmund für rund vier Millionen Euro konnte sich der 23-Jährige bislang nicht nachhaltig durchsetzen. In dieser Saison kommt er auf lediglich 490 Einsatzminuten in allen Wettbewerben sowie eine Torvorlage in 16 Spielen.
Vor dem nächsten Bundesliga-Spiel gegen den VfL Wolfsburg stellt sich nun die Frage, ob Reyna überhaupt noch im Kader stehen wird. Parallel drängt sich Florian Neuhaus wieder für eine Rückkehr in den Spieltagskader auf, nachdem er gegen Mainz nicht berücksichtigt wurde.
Während der Druck auf Polanski wächst, muss der Trainer schnell Antworten finden – denn für einige Spieler läuft die Zeit, sich zu beweisen, zunehmend ab.