Der französische Offensivspieler erklärt, wie die akribische Arbeit des HSV, Merlin Polzins Spielidee und sein Wunsch, Thomas Müller nachzueifern, ihn von einem Wechsel nach Hamburg überzeugten
Martin Adeline ist erst seit wenigen Tagen Spieler des Hamburger SV, doch der französische Offensivspieler nimmt die Herausforderung und die Erwartungen, die mit einem Engagement bei einem der größten Vereine Deutschlands verbunden sind, bereits mit großer Begeisterung an. Der 22-Jährige wechselte für rund vier Millionen Euro vom ES Troyes AC, nachdem er mit zehn Toren und elf Vorlagen maßgeblich zum Aufstieg seines ehemaligen Klubs in die Ligue 1 beigetragen hatte. Für Adeline ist der HSV der ideale Ort, um den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu gehen.
Seine ersten Tage in Hamburg wurden allerdings von der bitteren Enttäuschung über das Ausscheiden Frankreichs bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 überschattet. Adeline verfolgte lediglich die zweite Halbzeit der 0:2-Halbfinalniederlage gegen Spanien – ein Ergebnis, das die Titelträume der „Équipe Tricolore“ beendete.
Rückblickend sagte er:
„Ich bin wirklich traurig darüber. Die ganze Welt dachte doch, dass Frankreich Weltmeister wird. Aber so ist Fußball. Wir haben gegen eine großartige spanische Mannschaft verloren.“
Trotz dieses Rückschlags fühlt sich Adeline in Hamburg bereits bestens aufgenommen. Mit Jean-Luc Dompé, Rayan Philippe und Warmed Omari stehen bereits mehrere französischsprachige Profis im HSV-Kader, was ihm die Eingewöhnung deutlich erleichtert.
„Ich habe das Glück, dass hier mehrere Franzosen spielen, dann ist es einfacher, sich zu integrieren.“
Dennoch möchte sich Adeline nicht ausschließlich auf seine Landsleute verlassen. Er hat bereits die Initiative ergriffen und den Verein um Deutschunterricht gebeten, um sich möglichst schnell einzuleben.
„Ich habe darum gebeten, mich an die Mitarbeiter des Vereins wenden zu können, um Deutschstunden zu erhalten. Das ist sehr wichtig für mich, um mich gut einzufinden.“
Sein Engagement abseits des Platzes kommt beim HSV hervorragend an. Gleichzeitig beeindruckte den Neuzugang die intensive Vorarbeit des Vereins. Adeline verriet, wie detailliert Sportdirektor Claus Costa und Chefscout Sebastian Dirscherl seine Leistungen verfolgt hatten.
„Sebastian hat mir erzählt, dass sie 20 Spiele von mir beobachtet haben, allein zehn davon live im Stadion.“
Diese akribische Beobachtung sowie die ausführlichen Gespräche mit Cheftrainer Merlin Polzin gaben letztlich den Ausschlag – trotz des Interesses weiterer Vereine.
„Er hat mich von dem Fußball überzeugt, den er spielen möchte. Ich weiß, dass es eine große Herausforderung für mich sein wird, denn die Bundesliga zählt zu den stärksten Ligen Europas. Deshalb möchte ich erstmal lernen und zeigen, was ich kann.“
Auf die Frage nach seinem Spielstil nannte Adeline ausgerechnet eine deutsche Fußball-Ikone als Vorbild.
„Ich möchte in meinem Profil wie Thomas Müller sein. Ich will auf dem Platz Entschlossenheit ausstrahlen.“
Mit einem Lächeln ergänzte er:
„Wenn ich treffe, bin ich sehr emotional und habe keine Kontrolle darüber. So, wie Thomas Müller.“
Auch wenn Müller sein Vorbild in Sachen Spielweise ist, nennt Adeline zwei Weltstars als seine größten Inspirationen.
„Mein Lieblingsspieler ist Lionel Messi. Das ist so, seitdem ich Fußball spiele, und wir sehen auch bei dieser WM, dass er der Beste ist. Aber es gibt jetzt eine neue Generation nach ihm. Als Franzose imponiert mir Kylian Mbappé besonders. Vor allem, wie er sein Leben meistert, mit allem, was um ihn herum passiert.“
Wie viele junge Profis träumt auch Adeline davon, eines Tages das Trikot der französischen Nationalmannschaft zu tragen. Sein voller Fokus gilt jedoch zunächst dem HSV.
„Natürlich ist es mein Traum, mal für Frankreich zu spielen. Aber man muss Schritt für Schritt denken. Erst mal ist es meine Aufgabe, mich hier zu integrieren.“
Seinen ersten Auftritt im Volksparkstadion kann der Franzose kaum erwarten. Im Testspiel gegen den FC Everton wird er erstmals die besondere Atmosphäre erleben.
„Hier passen fast 60.000 Fans rein, das ist so ähnlich wie in Marseille. Wir Fußballer träumen davon, vor so einer Kulisse spielen zu dürfen …“