Die Saisonvorbereitung des Hamburger SV ist offiziell gestartet, doch für mehrere Spieler könnten die kommenden Tage darüber entscheiden, ob sie über das Sommer-Transferfenster hinaus überhaupt noch im Volkspark bleiben.
Cheftrainer Merlin Polzin begrüßte seine Mannschaft am Montag zurück auf dem Trainingsplatz und wurde von den HSV-Fans begeistert empfangen. Mit dabei waren auch Immanuel Pherai, Emir Sahiti und Joel Agyekum – drei Profis, deren langfristige Zukunft beim Verein trotz des herzlichen Austauschs mit den Anhängern nach dem Training weiterhin äußerst ungewiss ist.
Das Trio, das die vergangene Saison jeweils auf Leihbasis bei anderen Vereinen verbrachte, gilt als heiße Abschiedskandidaten für diesen Sommer. Sahiti spielte für Maccabi Tel Aviv, Pherai lief für die SV Elversberg auf und Agyekum stand bei Viktoria Köln unter Vertrag. Obwohl der HSV einem erneuten Transfer offen gegenübersteht, haben bislang noch keine offiziellen Gespräche über ihre Zukunft stattgefunden.
Polzin hat bereits deutlich gemacht, dass Offenheit und Transparenz seine Vorgehensweise bestimmen werden. Der 35-Jährige betonte, dass er mit jedem Spieler, dessen Rolle im Kader unklar ist, ehrliche und direkte Gespräche führen werde. Jeder Profi solle Klarheit über seine Perspektive erhalten – ohne ausweichende oder missverständliche Aussagen.
Vorerst behandelt der HSV-Coach jedoch jeden Spieler so, als gehöre er auch in der kommenden Bundesliga-Saison fest zum Kader. Während Sportdirektor Claus Costa und Sportvorständin Kathleen Krüger im Hintergrund an Transfergesprächen arbeiten, richtet Polzin seinen Fokus zunächst vollständig auf die sportliche Vorbereitung.
Eine entscheidende Rolle dürfte dabei das Trainingslager im österreichischen Längenfeld vom 19. bis 25. Juli spielen. Dort will Polzin zahlreiche Einzelgespräche führen, um den Spielern ihre Rolle im Team zu erläutern und ihre Perspektiven für die neue Saison zu bewerten.
Die Unsicherheit betrifft allerdings nicht nur die drei Rückkehrer von ihren Leihstationen. Auch Mittelfeldspieler Daniel Elfadli hofft auf Klarheit über seine Zukunft, während Jean-Luc Dompé und Fabio Baldé bei entsprechenden Angeboten ebenfalls zu den möglichen Verkaufskandidaten zählen.
Trotz der anhaltenden Spekulationen zeigt sich Polzin zufrieden darüber, derzeit möglichst viele Spieler im Training zur Verfügung zu haben, während sich der HSV auf die ersten Testspiele vorbereitet.
Die erste Gelegenheit, sich für einen Platz im Kader zu empfehlen, bietet sich bereits am Samstag, wenn der HSV im ersten Testspiel der Vorbereitung auf Rapid Wien trifft. Dennoch deutet derzeit vieles darauf hin, dass sich die Perspektiven von Sahiti, Pherai und Agyekum unter Polzin kaum grundlegend verändern werden.
Der HSV hat in diesem Sommer bereits neun Abgänge vollzogen: Ransford Königsdörffer, William Mikelbrencis, Robert Glatzel, Noah Katterbach, Aboubaka Soumahoro sowie die Leihspieler Philip Otele, Damion Downs, Giorgi Gocholeishvili und Luka Vušković haben den Verein bereits verlassen oder sind zu ihren Stammklubs zurückgekehrt. Weitere Abgänge könnten in den kommenden Wochen folgen. Parallel arbeitet die HSV-Führung weiterhin an einer Rückkehr von Fábio Vieira, der nach dem Ende seiner Leihe zunächst zum FC Arsenal zurückgekehrt ist.