Der Hamburger SV arbeitet weiterhin an einer Rückkehr von Fabio Vieira. Die Zukunft des portugiesischen Mittelfeldspielers beim FC Arsenal ist nach wie vor ungeklärt, während die Transferfrist immer näher rückt.
Nachdem der HSV die im Leihvertrag verankerte Kaufoption über 22 Millionen Euro nicht ziehen konnte, hat der Bundesliga-Aufsteiger seine Bemühungen um eine dauerhafte Verpflichtung des 26-Jährigen dennoch nicht aufgegeben.
Die jüngste Entwicklung ereignete sich am Dienstag: HSV-Sportdirektor Claus Costa reiste erneut nach London, um sich mit Vieira zu treffen. Laut „Bild“ fand das Gespräch auf dem Trainingsgelände des FC Arsenal statt und wurde zuvor offiziell beim englischen Klub angemeldet.
Costa soll dabei erneut die große Wertschätzung des HSV für Vieira und den Wunsch des Vereins nach einer Rückkehr nach Hamburg deutlich gemacht haben. Ein verbessertes Angebot für Arsenal hatte der HSV-Sportdirektor offenbar allerdings nicht im Gepäck.
Das Problem: 9 Millionen gegen 18 Millionen Euro
Das größte Hindernis bleibt die unterschiedliche Bewertung des Spielers.
Der HSV soll nicht bereit sein, mehr als 8 bis 9 Millionen Euro für Vieira zu bezahlen. Arsenal hingegen fordert offenbar rund 18 Millionen Euro. Zwischen den Vorstellungen beider Vereine klafft damit weiterhin eine erhebliche Lücke.
Die Situation könnte sich jedoch verändern, sollte kein anderer Interessent ernsthaft in den Poker einsteigen.
Der HSV muss nun darauf hoffen, dass Arsenal vor dem Ende des Transferfensters kein attraktiveres Angebot erhält. Sollte Hamburg am Ende der einzige ernsthafte Abnehmer bleiben, könnte Arsenal laut dem Bericht seine Forderungen noch einmal überdenken und sich auf die finanziellen Vorstellungen des HSV zubewegen.
Vieiras Situation bei Arsenal könnte dem HSV helfen
Ein weiterer Faktor, der dem HSV in die Karten spielen könnte, ist Vieiras aktuelle Rolle bei Arsenal.
Der offensive Mittelfeldspieler gehörte beim 3:0-Sieg der Gunners gegen Coventry City zum Premier-League-Auftakt nicht zum Kader von Trainer Mikel Arteta. Das verstärkt den Eindruck, dass Vieira in den Planungen für die neue Saison keine zentrale Rolle spielt.
Auch finanziell könnte Arsenal unter Druck geraten. Vieiras Vertrag läuft am Saisonende aus. Sollte der Klub ihn behalten, ohne seinen Vertrag zu verlängern, droht im kommenden Sommer ein ablösefreier Abgang.
Das könnte dazu führen, dass Arsenal kurz vor Ablauf der Transferfrist bereit ist, bei der Ablöse Abstriche zu machen.
HSV will seinen Spielmacher zurück
Vieira gehörte in der vergangenen Saison zu den wichtigsten Leistungsträgern des HSV und entwickelte sich zu einem zentralen Faktor im offensiven Spiel der Hamburger.
Seine Leihe vom FC Arsenal endete offiziell am 30. Juni. Die Möglichkeit, den Portugiesen für 22 Millionen Euro fest zu verpflichten, war für den HSV allerdings finanziell nicht darstellbar.
Nun hängt alles davon ab, ob Arsenal seine Ablöseforderung deutlich reduziert.
Auch mit Vieira selbst könnte laut „Bild“ kurzfristig eine Einigung erzielt werden, sollte zwischen den Vereinen doch noch eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Costas erneute Reise nach London soll daher auch dazu gedient haben, für dieses Szenario vorbereitet zu sein.
Je näher der Deadline Day rückt, desto klarer scheint die Strategie des HSV: im Rennen bleiben, mögliche Konkurrenzangebote beobachten und darauf hoffen, dass Arsenal aufgrund fehlender Alternativen seine Forderungen senkt.
Doch die Zeit läuft davon.
Nachdem der HSV bereits die 22-Millionen-Euro-Kaufoption nicht gezogen hat und auch die nun offenbar aufgerufenen 18 Millionen Euro nicht bezahlen will, könnte der nächste Vorstoß der Hamburger bereits der letzte Versuch sein, Fabio Vieira zurück nach Hamburg zu holen.
Ob Arsenal vor dem Ende der Transferfrist noch einlenkt, könnte darüber entscheiden, ob der Portugiese tatsächlich zum HSV zurückkehrt – oder ob das Kapitel Vieira in Hamburg endgültig geschlossen wird.