Der Hamburger SV bereitet sich auf die lang erwartete Rückkehr von Innenverteidiger Mario Vuskovic vor. Nach seiner vierjährigen Dopingsperre steht der Kroate kurz davor, die letzte Phase seines Comebacks einzuleiten.
Der 24-Jährige darf ab Mitte September wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Seine Sperre endet offiziell am 16. November, womit er auch wieder für Pflichtspiele spielberechtigt ist. Trotz der Vorfreude wollen die Verantwortlichen des HSV nichts überstürzen und zunächst genau prüfen, ob Vuskovic nach vier Jahren ohne Wettkampfpraxis bereits dem Niveau der Bundesliga gewachsen ist.
Sportdirektor Claus Costa hatte bereits im Mai betont, dass der Verein die Kaderplanung nicht auf Vuskovics Rückkehr ausrichten könne. Es gebe schlicht keinen vergleichbaren Fall, an dem man sich orientieren könne. Nach dem Ende der Leihe seines jüngeren Bruders Luka Vuskovic sucht der HSV daher weiterhin nach Verstärkung für das Abwehrzentrum, anstatt fest mit Mario zu planen.
Vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining wird Vuskovic zunächst einen umfassenden Medizincheck absolvieren. Geplant sind Ausdauer- und Leistungsdiagnostiken sowie Muskelkrafttests, um seinen körperlichen Zustand nach der langen Wettkampfpause genau zu bewerten. Auf Grundlage der Ergebnisse entscheidet der Verein über den weiteren Aufbau. Möglicherweise wird der Innenverteidiger zunächst weiterhin intensiv mit Reha-Trainer Sebastian Capel arbeiten, bevor er vollständig in den Trainingsbetrieb integriert wird.
Während seiner Sperre durfte Vuskovic nicht mit einer Mannschaft trainieren, hielt sich jedoch unter der Anleitung seines Privattrainers Josko Vlašić fit – dem Vater von Torino-Profi Nikola Vlašić. Der frühere Zehnkämpfer sieht seinen Schützling in hervorragender Verfassung. Nach seiner Einschätzung sei Vuskovic heute schneller, beweglicher, körperlich kompakter und stärker am Ball als vor seiner Sperre. Zudem lobte er dessen große Motivation und die deutlichen Fortschritte während der vergangenen Jahre.
Auch hinsichtlich seines Vertrags hat der HSV bereits einen klaren Plan. Da der Verein den ursprünglichen Vertrag nach dem endgültigen Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS aus haftungsrechtlichen Gründen kündigen musste, soll Vuskovic ab dem 16. November einen neuen Kontrakt erhalten. Medienberichten zufolge wird dieser ein vergleichsweise niedriges Grundgehalt enthalten, das durch regelmäßige Einsätze und leistungsbezogene Boni deutlich ansteigen kann. Vor seiner Sperre soll der Kroate rund 40.000 Euro pro Monat beziehungsweise knapp 500.000 Euro pro Jahr verdient haben.
Mit dieser Vertragsstruktur minimiert der HSV das finanzielle Risiko und sichert sich gleichzeitig die Möglichkeit, Vuskovic langfristig an den Verein zu binden, falls ihm das Comeback gelingt und er auch über den Sommer 2027 hinaus für die Rothosen spielt.
Vuskovic war im Sommer 2021 zunächst für eine Leihgebühr von 1,2 Millionen Euro von Hajduk Split nach Hamburg gewechselt. Ein Jahr später verpflichtete ihn der HSV für 3 Millionen Euro fest. Vor seiner Sperre entwickelte sich der Kroate schnell zu einer festen Größe in der Defensive, absolvierte 47 Pflichtspiele, erzielte drei Tore, bereitete zwei Treffer vor und erreichte zwischenzeitlich einen Marktwert von 5 Millionen Euro.
Seinen bislang letzten Pflichtspieleinsatz bestritt Vuskovic am 9. November 2022. Fast vier Jahre später hofft der Hamburger SV nun, dass eines der außergewöhnlichsten Comebacks der jüngeren Bundesliga-Geschichte noch vor Jahresende Wirklichkeit wird.