Der Hamburger SV hat die Suche nach einem neuen Mittelstürmer abgeschlossen und den Nigerianer Terem Moffi offiziell von OGC Nizza verpflichtet. Damit treiben die Hanseaten ihre Kaderplanung für die neue Bundesliga-Saison weiter voran.
Der 27-Jährige ist der jüngste Neuzugang für die Offensive und übernimmt beim HSV die Rückennummer 9, die zuletzt Robert Glatzel getragen hatte. Glatzel wechselte kürzlich zum VfL Wolfsburg. Medienberichten zufolge zahlt der HSV zunächst zwei Millionen Euro Ablöse für Moffi. Weitere 500.000 Euro könnten durch erfolgsabhängige Bonuszahlungen hinzukommen.
Der HSV hat die Vertragslaufzeit offiziell nicht bekannt gegeben. Laut dem Hamburger Abendblatt hat Moffi jedoch einen Vertrag bis Juni 2029 unterschrieben.
Moffi passt ins gesuchte Stürmerprofil
Mit Moffis Verpflichtung schließt der HSV eine der wichtigsten noch offenen Baustellen im Kader. Trainer Merlin Polzin hatte nach einem körperlich starken Angreifer gesucht, der zugleich über Tempo verfügt und mit seinen Läufen in die Tiefe für Gefahr sorgen kann.
Moffi entspricht diesem Profil. Der Nigerianer kann Räume hinter der gegnerischen Abwehr attackieren, Bälle mit dem Rücken zum Tor behaupten, sich in direkten Duellen durchsetzen und als Anspielstation im Strafraum fungieren.
Seinen Durchbruch feierte Moffi in der Ligue 1 bei Lorient, ehe er Anfang 2023 zu OGC Nizza wechselte. Bis zu seiner Leihe im Januar 2026 absolvierte er für Nizza 72 Partien, erzielte 24 Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor.
In seiner gesamten Profikarriere kommt der Mittelstürmer auf 88 Tore und 13 Vorlagen in 228 Pflichtspielen.
Sein aktueller Marktwert wird auf acht Millionen Euro taxiert und liegt damit deutlich unter seinem früheren Höchstwert von 25 Millionen Euro. Verletzungen und eine schwierige Phase bei Nizza haben seine Entwicklung in den vergangenen Jahren gebremst.
Neuer Anlauf nach schwierigen Jahren
Moffis Karriere wurde zuletzt von mehreren Rückschlägen begleitet. Ein Kreuzbandriss im Jahr 2024 unterbrach seine Entwicklung. Nach seiner Genesung im März 2025 gelang es ihm zunächst nicht, dauerhaft zu seiner früheren Form zurückzufinden.
Auch seine Situation bei Nizza verschlechterte sich anschließend. Im Januar 2026 wurde der Angreifer an den FC Porto verliehen. Die Portugiesen entschieden sich jedoch gegen eine feste Verpflichtung. Wettbewerbsübergreifend kam Moffi in 15 Einsätzen auf drei Scorerpunkte.
Nach seiner Rückkehr nach Frankreich spielte er bei Nizza keine größere Rolle mehr und soll zuletzt sogar mit der zweiten Mannschaft trainiert haben.
Der Wechsel nach Hamburg bietet ihm nun die Chance auf einen Neustart und darauf, wieder an die Leistungen anzuknüpfen, die ihn einst zu einem der gefährlichsten Angreifer der Ligue 1 gemacht hatten.
Deshalb wollte der HSV Moffi
Sportdirektor Claus Costa ist überzeugt, dass Moffis körperliche Voraussetzungen dem HSV zusätzliche Möglichkeiten in der Offensive geben werden.
„Terem ist ein Stürmer, der aufgrund seiner Physis, seiner Entschlossenheit und seiner Spielweise schwer zu kontrollieren ist“, erklärte Costa.
Dabei hob er insbesondere Moffis Fähigkeit hervor, in die Tiefe zu starten, seine Präsenz im Strafraum sowie seine Qualität mit dem Rücken zum Tor.
Costa erwartet deshalb mehr Durchschlagskraft im Angriff und zusätzliche taktische Variabilität für Trainer Polzin.
Auch Sportvorständin Kathleen Krüger begrüßte die Verpflichtung und betonte, dass Moffi hervorragend zur sportlichen Ausrichtung des Vereins passe. Seine internationale Erfahrung könne zudem den jüngeren Spielern im HSV-Kader zugutekommen.
Moffi erklärt seine Entscheidung für den HSV
Moffi selbst verriet, dass insbesondere die Gespräche mit Trainer Merlin Polzin eine wichtige Rolle bei seiner Entscheidung gespielt haben.
„Der Trainer war in den Gesprächen wirklich sehr überzeugend“, erklärte der Angreifer.
Darüber hinaus hätten ihn die HSV-Fans, die sportliche Ausrichtung des Vereins und dessen internationale Bekanntheit überzeugt.
Moffi erzählte, dass er seinem Vater vom Interesse des HSV berichtet habe und dieser sofort wusste, um welchen Klub es sich handelt.
„Auch wenn der HSV ein paar Jahre in der 2. Liga gespielt hat, ist der Klub noch immer ein großer Name und zwar überall auf der Welt“, sagte Moffi.
Der Nigerianer machte außerdem deutlich, dass er sich nicht ausschließlich über Tore definieren möchte.
„Als Stürmer liebe ich es natürlich, Tore zu schießen, aber ich liebe es ebenso, für das Team zu arbeiten und die ganze Gruppe zusammenzuhalten“, erklärte er.
Glatzels Nummer 9 gehört jetzt Moffi
Ein deutliches Zeichen für die Bedeutung, die der HSV seinem neuen Angreifer beimisst, ist die Rückennummer.
Moffi wird künftig die Nummer 9 tragen und damit die Rückennummer von Robert Glatzel übernehmen.
Glatzels Abschied hatte im Angriff des HSV eine große Lücke hinterlassen. Nun soll Moffi diese Rolle übernehmen und die Offensive der Hamburger anführen.
Der HSV hofft, dass sich der Nigerianer schnell in Polzins System integriert und die benötigte Kombination aus Toren, körperlicher Präsenz und Dynamik in die Bundesliga bringt.
HSV arbeitet weiter am Kader
Moffi ist der siebte Neuzugang des HSV in diesem Sommer, wenn man die feste Verpflichtung von Albert Grønbaek mit einbezieht.
Nachdem die Mittelstürmer-Position nun besetzt ist, können sich die Verantwortlichen auf weitere Bereiche konzentrieren. Verstärkung wird weiterhin für die rechte Außenbahn und möglicherweise auch für die linke Seite gesucht.
Darüber hinaus arbeitet der HSV weiterhin an einer festen Verpflichtung von Fábio Vieira, der zuletzt von Arsenal ausgeliehen war.
Zunächst aber richtet sich der Fokus auf Moffi.
Der HSV hat seinen Glatzel-Ersatz gefunden, die neue Nummer 9 präsentiert und einen Angreifer verpflichtet, dessen Mischung aus Tempo, Physis und Erfahrung der Mannschaft von Merlin Polzin in der Bundesliga eine zusätzliche Offensivwaffe geben soll.